03.11.2026 · Amtsschimmel
777 Millionen für den Anbau ans Kanzleramt
Der Erweiterungsbau des Kanzleramts kostet voraussichtlich 777 Millionen Euro, mehr als das ganze heutige Gebäude. Der Bundesrechnungshof sagt: Es entstehen mehr Schreibtische als Stellen. Folge 1 unserer neuen Serie „Der Staat gönnt sich“.
Mit einer neuen Sonderausstellung im Amtsschimmel sammeln wir Ausgaben, die sich der Staat selbst gönnt, während anderswo gespart wird. Folge 1 ist der Erweiterungsbau des Bundeskanzleramts in Berlin.
Die Zahlen stammen von der Bundesregierung selbst: rund 637 Mio. € laut Entwurfsunterlage von 2022, dazu rund 140 Mio. € Risikoreserve, zusammen 777 Mio. €. Die erste genannte Schätzung lag bei 485 Mio. €. Das bestehende Kanzleramt kostete, auf heutige Preise hochgerechnet, 542,9 Mio. €. Der Anbau mit bis zu 400 Büros, einer 23 Meter hohen Hubschrauberplattform, zwei Brücken, Tunnel, Kita und neuer Amtswohnung wird also teurer als das ganze Haus, an das er angebaut wird.
Der Bundesrechnungshof hat im September 2025 an den Haushaltsausschuss berichtet: 1.050 Büroarbeitsplätze für rund 940 Stellen, geplant mit einer Belegung, als säße fast jeder täglich im Büro. Er verlangt ein Belegungskonzept. Das Kanzleramt verweist auf gewachsene Aufgaben, Teilzeitkräfte und den Sicherheitsbereich.
Was die einzelnen Bauteile kosten und welche Betriebskosten folgen, ist nicht öffentlich. Wir stellen deshalb selbst einen Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Den Mustertext gibt es für alle unter Mitmachen.
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