Generation City
In zwei Minuten erklärt
Jedes Thema so kurz, dass es in eine Kaffeepause passt. Wer mehr wissen will, findet unter jedem Text den Weg zur ausführlichen Seite mit Musterschreiben und Quellen.
In zwei Minuten erklärt
Ihr Recht auf Auskunft
Jede Firma und jede Behörde, die Daten über Sie speichert, muss Ihnen auf Nachfrage sagen, was sie über Sie weiß. Das steht in Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung und gilt in der ganzen EU. Für Polizei, Justiz und Geheimdienste gelten eigene Gesetze mit ähnlichen Rechten.
Sie erfahren, welche Daten gespeichert sind, woher sie stammen, wofür sie genutzt werden, an wen sie weitergegeben wurden und wie lange sie gespeichert bleiben. Die Auskunft ist kostenlos, eine Begründung brauchen Sie nicht. Antworten muss die Stelle innerhalb eines Monats, in schwierigen Fällen darf sie um zwei Monate verlängern.
Ein formloser Brief oder eine E-Mail genügt. Viele staunen, wer alles etwas über sie gespeichert hat.
In zwei Minuten erklärt
Was die Schufa über Sie weiß
Die Schufa ist eine private Firma, keine Behörde. Banken, Händler und Vermieter melden ihr, welche Kredite, Handyverträge und Konten Sie haben und ob Sie pünktlich zahlen. Daraus berechnet sie einen Score, der mitentscheidet, ob Sie eine Wohnung, einen Kredit oder einen Handyvertrag bekommen.
Sie haben das Recht, kostenlos zu erfahren, was dort über Sie gespeichert ist, die sogenannte Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO. Falsche oder veraltete Einträge muss die Schufa berichtigen oder löschen. Und nachfragen schadet Ihrem Score nicht.
Die Schufa ist nicht die einzige Auskunftei. Auch CRIF, Creditreform Boniversum oder infoscore können Daten über Sie haben.
In zwei Minuten erklärt
Post vom Bußgeldamt
Ein Bußgeldbescheid ist kein Urteil, sondern erst einmal die Entscheidung einer Behörde. Sie haben zwei Wochen ab Zustellung Zeit, Einspruch einzulegen. Eine Begründung brauchen Sie dafür zunächst nicht.
Schon vorher, beim Anhörungsbogen, müssen Sie nur Angaben zu Ihrer Person machen. Zur Sache dürfen Sie schweigen. Oft lohnt ein Blick in die Akte, etwa in die Messunterlagen, denn auch Messgeräte und Messbeamte machen Fehler.
Aber Vorsicht: Ein Einspruch kann Kosten verursachen, wenn er scheitert. Geht es um ein Fahrverbot oder Punkte, ist ein Anwalt oft sinnvoll.
In zwei Minuten erklärt
Steuererklärung rückwirkend
Wer nur Lohn bezieht, muss oft gar keine Steuererklärung abgeben, darf es aber. Das lohnt sich häufig, weil Fahrtkosten zur Arbeit, Arbeitsmittel, Handwerkerrechnungen oder Spenden schnell zusammenkommen und oft mehrere hundert Euro zurückfließen.
Freiwillig abgeben können Sie bis zu vier Jahre rückwirkend. Für das Jahr 2022 ist der 31. Dezember 2026 der letzte Tag.
Das gilt, wenn Sie nicht zur Abgabe verpflichtet sind. Ergibt sich unerwartet eine Nachzahlung, können Sie den Antrag in der Regel innerhalb der Einspruchsfrist wieder zurücknehmen.
In zwei Minuten erklärt
Geld oder Gold?
Geld auf dem Konto ist bequem: jederzeit verfügbar, bis 100.000 Euro pro Bank gesetzlich abgesichert, und es bringt oft etwas Zinsen. Der Haken ist die Inflation, die den Wert über die Jahre auffrisst, und dass Ihr Guthaben rechtlich eine Forderung gegen die Bank ist.
Gold ist ein greifbarer Gegenstand, der von keiner Bank abhängt und seit Jahrtausenden als Wertspeicher gilt. Auf Anlagegold fällt keine Mehrwertsteuer an, und nach einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn bei privaten Anlegern steuerfrei. Dafür bringt Gold keine Zinsen, der Preis schwankt teils stark, beim Kauf und Verkauf geht eine Spanne verloren, und es muss sicher aufbewahrt werden.
Viele setzen deshalb nicht auf Entweder-oder, sondern auf eine Mischung. Das ist eine allgemeine Information, keine Anlageberatung.
In zwei Minuten erklärt
Edward Snowden und Deutschland
Edward Snowden arbeitete für die CIA und einen Dienstleister der NSA. 2013 übergab er Journalisten Tausende geheime Dokumente. Sie zeigten, dass die NSA und der britische Geheimdienst weltweit Internet- und Telefonverkehr in großem Stil erfassen, auch bei Verbündeten.
Für Deutschland folgten die Affäre um das Handy der Kanzlerin, ein Untersuchungsausschuss und die Erkenntnis, dass der BND eng mit der NSA zusammenarbeitete und selbst befreundete Staaten ausspähte. Das Bundesverfassungsgericht zwang den BND 2020 zu einer Reform.
Snowden lebt seit 2013 in Russland und ist seit 2022 russischer Staatsbürger. In den USA ist er angeklagt.
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Rechtliche Hinweise