Generation City
Geldspur Geprägte Freiheit – bar bezahlt

Teil 7 von 9 · Stand 25.10.2026

Die Macht des Geldes – die Macht des Goldes

Papiergeld verliert Jahr für Jahr an Kaufkraft, Gold gilt seit Jahrtausenden als Wertspeicher. Was Gold und Silber seit Einführung des Euro wirklich gebracht haben, was sie kosten, wie sie besteuert werden und wo die Risiken liegen.

Geld können Notenbanken in beliebiger Menge schaffen, Gold nicht. Das macht Edelmetalle langfristig zu einem Schutz gegen die Entwertung des Geldes, aber nicht zu einer sicheren Geldanlage.

3.566,65 €Gold je Feinunze am 24.10.2026
rund 10,7-fachGoldpreis in Euro seit Ende 2002
rund 62 €Kaufkraft von 100 € aus dem Jahr 2002 heute
−37 %Goldpreis in Euro vom Hoch 2012 bis Ende 2013

Keine Anlageberatung

Wichtig

Diese Seite stellt Fakten dar und gibt keine Empfehlung, Gold, Silber oder ein anderes Produkt zu kaufen oder zu verkaufen. Kurse und Steuerregeln ändern sich; alle Kurse haben den Stand 24.10.2026. Für eine Entscheidung über Ihr Geld wenden Sie sich an eine unabhängige Beratung, etwa die Verbraucherzentrale.

Was Ihr Geld verloren hat

Der Euro hat seit seiner Einführung als Bargeld 2002 deutlich an Kaufkraft verloren. Nach dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts entsprechen 100 € aus dem Jahr 2002 heute einer Kaufkraft von rund 62 € (eigene Rechnung mit dem Index für September 2026).

Den größten Sprung gab es in den letzten Jahren: Die Preise stiegen 2021 um 3,1 %, 2022 um 6,9 %, 2023 um 5,9 % und 2024 und 2025 um jeweils 2,2 %. Im September 2026 lag die Inflationsrate bei 3,3 %. Wer sein Geld auf dem Girokonto liegen lässt, verliert also Jahr für Jahr real an Vermögen, auch wenn der Kontostand gleich bleibt.

Gold seit Einführung des Euro

  • Ende 1999289,56 €
  • Ende 2002332,60 €
  • Ende 2008614,49 €
  • Ende 20121.259,57 €
  • Ende 2015971,90 €
  • Ende 20201.539,86 €
  • Ende 20242.504,25 €
  • Ende 20253.693,55 €
  • 24.10.20263.566,65 €

Goldpreis je Feinunze (31,1 g) in Euro, Jahresschlusskurse laut Händlerportal GOLD.DE. Hervorgehoben: der Rückgang nach dem Hoch von 2012. Silber stieg im selben Zeitraum von 4,53 € (Ende 2002) auf 48,13 € je Unze (24.10.2026).

Was das in Zahlen heißt

Wer Ende 2002 eine Unze Gold für 332,60 € gekauft hat, hätte sie am 24.10.2026 für rund 3.566 € verkaufen können, nominal etwa das 10,7-Fache. Nach Abzug der Inflation bleibt immer noch rund das 6,6-Fache an Kaufkraft (eigene Rechnung). Silber entwickelte sich im selben Zeitraum ähnlich, von 4,53 € auf 48,13 € je Unze.

Den höchsten Kurs im Tagesverlauf erreichte Gold laut Händlerangaben am 29.01.2026 mit 4.668 € je Unze; der höchste Schlusskurs lag am 02.03.2026 bei 4.553 €. Seit Jahresbeginn 2026 hat Gold in Euro rund 3 % verloren, Silber rund 26 %.

Die Kehrseite: Gold kann auch fallen

Gold ist kein Sparbuch. Vom Hoch im Oktober 2012 bis Ende 2013 fiel der Goldpreis in Euro von 1.379 € auf 867 € je Unze, ein Minus von rund 37 %. Das alte Hoch wurde erst 2019 wieder erreicht, Anleger mussten also sieben Jahre warten.

Silber schwankt noch stärker: 2008 verlor es zeitweise rund 48 %, von 2011 bis 2015 rund 62 %, und seit seinem Rekord im Januar 2026 hat es rund die Hälfte seines Werts verloren. Auch Gold liegt rund 24 % unter seinem Tageshöchstwert vom Januar 2026.

Und über sehr lange Zeit: Das Dollar-Hoch von 1980 (850 $ je Unze) hat Gold inflationsbereinigt erst im September 2025 wieder übertroffen, mehr als 45 Jahre später.

Schützt Gold wirklich vor Inflation?

Über Jahrhunderte ja, über ein paar Jahre nicht zuverlässig. Zu diesem Ergebnis kommen die Ökonomen Claude Erb und Campbell Harvey in ihrer Studie „The Golden Dilemma“: Gold habe seine Kaufkraft sehr langfristig erhalten, für praktische Anlagezeiträume sei es als Inflationsschutz aber unzuverlässig.

Selbst der World Gold Council, der Verband der Goldindustrie, schreibt, dass die Inflation seit 1971 nur rund 16 % der Bewegungen des Goldpreises erklärt. Gold reagiert stärker auf Krisen, Zinsen, den Dollarkurs und die Nachfrage von Zentralbanken.

Die Verbraucherzentrale nennt als langfristige reale Rendite seit 1900 rund 0,8 % im Jahr für Gold, 1,8 % für Staatsanleihen und 5,1 % für Aktien. Gold war also vor allem ein Werterhalt, kein Vermögensaufbau.

Barren, Münzen, Papiergold

  • Barren: In vielen Größen von 1 g bis 1 kg, meist mit 999,9 Feingehalt. Je größer der Barren, desto geringer der Aufschlag pro Gramm. Achten Sie auf Barren anerkannter Hersteller; die London Bullion Market Association führt eine Liste zugelassener Raffinerien.
  • Anlagemünzen: Krügerrand, Maple Leaf oder Wiener Philharmoniker enthalten in der klassischen Größe je eine Feinunze Gold (31,1 g), es gibt sie auch in Bruchteilen und lassen sich überall leicht verkaufen.
  • Physisch hinterlegte Wertpapiere (ETCs), etwa Xetra-Gold: Man kauft über die Börse einen Anspruch auf Gold, das in einem Tresor lagert. Das ist günstig und schnell handelbar, es bleibt aber ein Wertpapier mit Emittentenrisiko.
  • Zertifikate: im Grunde eine Wette auf den Goldpreis, ohne Anspruch auf echtes Gold und mit vollem Emittentenrisiko, wenn der Herausgeber pleitegeht.
  • Goldsparpläne: Die Verbraucherzentralen sehen sie kritisch, wegen hoher Kosten bei kleinen Beträgen, teils teurer Auslieferung und Risiken, wenn der Anbieter insolvent wird.
  • Goldminenaktien: Man beteiligt sich an Förderunternehmen, nicht am Gold selbst. Die Kurse können sich vom Goldpreis lösen.

Was es kostet

Beim physischen Gold verdienen Händler an der Spanne zwischen An- und Verkaufspreis. Laut Verbraucherzentrale liegt sie bei einer Unze bei rund 5 bis 6 %, bei kleinen Stückelungen 20 % und mehr. Stiftung Warentest rät von Barren und Münzen unter 5 g ab.

Beim Verkauf lohnt der Vergleich: In einem Praxistest von Stiftung Warentest lagen die Rückkaufangebote für einen Krügerrand bis zu 238 € auseinander. Wertpapiere kosten dagegen laufend Gebühren, laut Verbraucherzentrale bei Xetra-Gold derzeit 0,36 % im Jahr.

Steuern

  • Umsatzsteuer: Anlagegold ist nach § 25c UStG umsatzsteuerfrei. Dazu zählen Barren und Plättchen mit einem von den Goldmärkten akzeptierten Gewicht und mindestens 995 Tausendstel Feingehalt sowie Goldmünzen mit mindestens 900 Tausendstel, die nach 1800 geprägt wurden, in ihrem Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und üblicherweise höchstens 80 % über dem Wert ihres Goldgehalts verkauft werden.
  • Silber, Platin und Palladium sind nicht befreit, auf sie fallen grundsätzlich 19 % Umsatzsteuer an. Günstigere Regeln für Silbermünzen wurden seit 2022 schrittweise eingeschränkt. Bei einem Kauf mit vollen 19 % muss der Silberpreis deshalb um rund 19 % und zusätzlich um die Händlerspanne steigen, bevor man beim Wiederverkauf auf null kommt. Nur gebrauchte Münzen aus Ankäufen von Privatleuten werden teils noch differenzbesteuert angeboten.
  • Einkommensteuer: Verkäufe von physischem Gold und Silber sind private Veräußerungsgeschäfte (§ 23 EStG). Wer länger als ein Jahr hält, verkauft steuerfrei. Bei kürzerer Haltedauer ist der Gewinn steuerpflichtig, wenn alle privaten Veräußerungsgewinne eines Jahres zusammen 1.000 € oder mehr betragen; diese Freigrenze gilt seit 2024.
  • Xetra-Gold und ähnliche Papiere mit Lieferanspruch behandelt der Bundesfinanzhof wie physisches Gold: nach einem Jahr steuerfrei (BFH, Urteile vom 12.05.2015, VIII R 4/15 und VIII R 35/14). Gewinne aus Gold-Fonds unterliegen dagegen unabhängig von der Haltedauer der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, weil der Anleger keinen Anspruch auf Lieferung von Gold hat (BFH, Urteil vom 12.04.2021, VIII R 15/18). Dasselbe gilt für Zertifikate ohne Lieferanspruch und für Minenaktien.

Aufbewahrung

  • Zu Hause: Die Hausratversicherung deckt Wertsachen wie Gold meist nur bis etwa 20 % der Versicherungssumme ab, Bargeld oft nur bis 1.000 oder 2.000 €. Ein zertifizierter, fest verankerter Tresor kann höhere Grenzen ermöglichen; Stiftung Warentest nennt für einen Tresor der Klasse S2 einen Richtwert von etwa 30.000 €. Fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach.
  • Bankschließfach: Es kostet Gebühren, und der Inhalt ist nicht automatisch versichert. Außerdem ist ein Schließfach nicht unsichtbar: Banken müssen Schließfächer samt Inhaber in einer Datei führen, auf die die BaFin für den automatisierten Kontenabruf zugreifen kann (§ 24c KWG), wie in Teil 3 beschrieben.
  • Gold, über das niemand Bescheid weiß, kann im Erbfall verloren gehen. Eine Notiz für die Angehörigen gehört dazu.

Kaufen ohne Ausweis?

Gegen Bargeld können Sie Gold und Silber beim Händler derzeit nur unter 2.000 € ohne Ausweis kaufen (§ 10 Abs. 6a GwG). Ab dem 10. Juli 2027 gilt die EU-Geldwäscheverordnung: Dann sind Edelmetallhändler unabhängig von Barzahlungen geldwäscherechtlich Verpflichtete, für gelegentliche Barzahlungen nennt die Verordnung eine Schwelle von 3.000 €, und Barzahlungen über 10.000 € sind im Handel verboten. Die nationale 2.000-€-Schwelle wird dann voraussichtlich durch die unmittelbar geltenden EU-Regeln abgelöst; die neue EU-Behörde AMLA kann für einzelne Branchen niedrigere Schwellen festlegen. Mehr dazu in Teil 1.

Größere Käufe in mehrere kleine aufzuteilen hilft nicht: Das Gesetz rechnet mehrere Zahlungen zusammen, wenn zwischen ihnen eine Verbindung zu bestehen scheint (§ 1 Abs. 5 GwG), und gerade solches Stückeln kann einen Geldwäscheverdacht auslösen.

Fälschungen und Betrug

Gefälschte Barren enthalten oft einen Kern aus Wolfram, das fast genauso schwer ist wie Gold. Wer bei Privatleuten oder auf Online-Marktplätzen kauft, trägt ein deutlich höheres Risiko als beim etablierten Händler mit Rechnung.

Gold zieht auch Betrüger an: Bei sogenannten Schockanrufen geben sich Täter als Polizisten aus und bringen vor allem ältere Menschen dazu, ihr Gold zur „Sicherung“ herauszugeben. Die echte Polizei holt niemals Wertsachen ab.

Was die Staaten tun

Die Zentralbanken der Welt kaufen seit Jahren in großem Stil Gold: rund 1.000 Tonnen jährlich von 2022 bis 2024 und 863 Tonnen im Jahr 2025, so der World Gold Council (Stand Januar 2026).

Die Geschichte zeigt aber auch, dass Gold nicht vor staatlichem Zugriff schützt: In den USA mussten Bürger 1933 ihr Gold bis auf 100 $ je Person gegen Papiergeld zum damaligen Festpreis bei den Banken abgeben (Executive Order 6102). Kurz darauf wurde der Goldpreis von 20,67 $ auf 35 $ je Unze angehoben, die abgelieferten Bestände waren also deutlich mehr wert. In Deutschland gibt es heute kein Goldbesitzverbot.

Wo liegt Deutschlands Gold?

Die Bundesbank besitzt rund 3.350 Tonnen Gold, nach den USA der zweitgrößte offizielle Goldschatz der Welt, Ende 2025 rund 395 Milliarden Euro wert. Aber nur gut die Hälfte davon liegt in Deutschland: 1.710 Tonnen in Frankfurt, 1.236 Tonnen bei der US-Notenbank in New York und 404 Tonnen bei der Bank of England in London. Allein das Gold in New York ist beim heutigen Preis rund 140 Milliarden Euro wert.

Das hat historische Gründe. Deutschland baute seinen Goldschatz in den 1950er- und 1960er-Jahren auf, durch die Exportüberschüsse des Wirtschaftswunders im festen Währungssystem von Bretton Woods. Das Gold wurde an den großen Handelsplätzen erworben und blieb dort liegen; 1968 erreichte der Bestand mit gut 4.000 Tonnen seinen Höchststand. Heute begründet die Bundesbank die Lagerung mit Liquidität: Gold in New York und London kann im Krisenfall schnell als Sicherheit für Dollar oder Pfund dienen.

2012 kritisierte der Bundesrechnungshof in einem vertraulichen Bericht, dass die Bundesbank ihr Gold im Ausland nie selbst vor Ort gezählt, geprüft und gewogen hatte; sie verließ sich auf Bestätigungen der Partnerbanken. Damals lagen 45 % in New York und nur 31 % in Frankfurt. Nachdem schon 2000/2001 rund 930 Tonnen aus London geholt worden waren, verlagerte die Bundesbank von 2013 bis 2017 weitere 674 Tonnen aus New York und Paris nach Frankfurt. Kritiker bemängeln bis heute, dass die Rückholung nicht nachprüfbar belegt sei, weil ein Teil der Barren umgeschmolzen wurde.

Seit dem Grönland-Konflikt mit den USA ist die Debatte zurück. Ein früherer Bundesbanker, der selbst bei der Fed gearbeitet hat, forderte im Januar 2026, das Gold aus New York zurückzuholen. Bundesbankpräsident Joachim Nagel hält es dort „ohne Zweifel“ für sicher; es genieße einen besonderen Schutzstatus.

Wie es andere Länder machen

LandTonnenWo das Gold lagert
USA8.133Vollständig im eigenen Land (Fort Knox, West Point, Denver)
Deutschland3.35051 % Frankfurt, 37 % New York, 12 % London
Italien2.452Rund die Hälfte in Rom, der Rest im Ausland, vermutlich größtenteils New York; Aufteilung nicht veröffentlicht
Frankreich2.4372013 schon 91 % in Paris; Restbestand in New York laut Presseberichten 2025/26 abgezogen
China2.366*Nach allem, was bekannt ist, im eigenen Land; keine Angaben der Notenbank
Russland2.264*Im eigenen Land; seit 2022 sind russische Devisen im Westen eingefroren, das Gold nicht
Schweiz1.040Überwiegend in der Schweiz, kleinere Teile in London und Kanada
Indien88177 % im Inland (März 2026), 2023 waren es erst 37 %; über 100 t seit Herbst 2025 aus London zurückgeholt

Offizielle Bestände laut World Gold Council, Stand 3. September 2026; Russland laut Zentralbank Ende September 2026. * Offizielle Angaben; bei China gehen Schätzungen von deutlich höheren Beständen aus, bei Russland sind die Bestände des staatlichen Schatzes Gokhran geheim.

Die großen Atommächte USA, Russland, China und Frankreich halten ihr Gold im eigenen Land. Deutschland und Italien gehören zu den wenigen großen Goldbesitzern, die noch einen großen Teil ausgerechnet in den USA lagern. Andere ziehen gerade ab: Frankreich hat laut Presseberichten 129 Tonnen aus New York geholt, die Niederlande 2026 rund 86 Tonnen aus Nordamerika, Indien seit Herbst 2025 über 100 Tonnen aus London.

Wie wichtig der Lagerort sein kann, zeigt Russland: Nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 wurden russische Devisenreserven im Westen eingefroren. Das Gold in Moskau blieb verfügbar, und genau dieses Gold verkauft Russland jetzt, um sein Haushaltsloch zu stopfen, seit Dezember 2025 rund 62 Tonnen.

Die BRICS-Staaten und das Gold

Zu den BRICS-Staaten gehören neben Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika inzwischen auch Ägypten, Äthiopien, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien. Zusammen halten die BRICS-Plus-Länder nach einer Marktanalyse vom April 2026 über 6.000 Tonnen Gold, rund 17 % der Goldreserven aller Zentralbanken, nach 11 % im Jahr 2019.

Von 2020 bis 2024 kauften ihre Zentralbanken mehr als die Hälfte allen Goldes, das Staaten weltweit erwarben. Allein in den ersten neun Monaten 2025 kamen 663 Tonnen hinzu. Brasilien kaufte im September 2025 erstmals seit 2021 wieder Gold. Das erklärte Ziel vieler dieser Länder ist, unabhängiger vom Dollar zu werden, auch mit Blick auf die eingefrorenen russischen Reserven.

Immer wieder ist von einer gemeinsamen, goldgedeckten BRICS-Währung die Rede. Tatsächlich gibt es das Konzept einer digitalen Verrechnungseinheit namens „Unit“, die zu rund 40 % mit Gold gedeckt sein soll und im Oktober 2025 in einem kleinen Pilotversuch getestet wurde. Ein offizieller Beschluss der BRICS-Staaten für eine gemeinsame Währung liegt bisher nicht vor.

Was für Gold spricht

  • Gold lässt sich nicht beliebig vermehren. Die gesamte jemals geförderte Menge wächst nur langsam, während Notenbanken neues Geld per Knopfdruck schaffen können. Genau das ist der Kern des Arguments: Gold ist knapp, Geld nicht.
  • Die Zentralbanken der Welt, also die Institutionen, die das Geldsystem am besten kennen, kaufen seit 2022 jedes Jahr rund 1.000 Tonnen Gold, so viel wie seit Jahrzehnten nicht. Als Gründe nennen sie in Umfragen des World Gold Council vor allem die Absicherung gegen Krisen und eine geringere Abhängigkeit vom Dollar.
  • Die Schulden steigen weltweit weiter. Nach dem Institute of International Finance hat die weltweite Verschuldung im ersten Halbjahr 2026 die Marke von 365 Billionen Dollar überschritten, so hoch wie nie. Auch Deutschland nimmt 2027 rund 204 Milliarden Euro neue Schulden auf (siehe Gesetzes-Check Haushalt 2027). Je höher die Schulden, desto größer der Anreiz für Staaten, sie über Inflation zu entwerten, und desto attraktiver wird ein Wert, den niemand drucken kann.
  • In Krisen hat Gold gehalten, wenn anderes einbrach: 2008, als der DAX rund 40 % verlor, schloss Gold das Jahr in Euro höher, als es begonnen hatte (Ende 2007 rund 565 €, Ende 2008 rund 614 € je Unze). 2022, als der DAX gut 12 % verlor und die Inflation auf fast 7 % stieg, legte Gold in Euro rund 6 % zu.
  • Physisches Gold ist das einzige Vermögen ohne Gegenpartei. Es ist nicht das Versprechen einer Bank, eines Unternehmens oder eines Staates, das ausfallen kann. Es braucht kein Konto, keinen Strom und kein Netz. Wer es besitzt, besitzt es.

Was Banken erwarten

Große Banken veröffentlichen regelmäßig Kursziele für Gold. Nach einer Übersicht vom 24. August 2026 erwartete Goldman Sachs bis Ende 2026 rund 4.900 $ je Unze, UBS rund 5.400 $ bis Ende September 2027 und Morgan Stanley mehr als 5.000 $ im Jahr 2027. Vorsichtiger waren ING mit durchschnittlich rund 4.150 $ im vierten Quartal 2026 und Standard Chartered mit rund 4.600 $ in sechs bis zwölf Monaten. Zum Vergleich: Am 24. Oktober 2026 kostete Gold rund 4.000 $ je Unze.

Diese Zahlen sind Einschätzungen der Banken, keine Zusagen und nicht unsere Prognose. Wie schnell sie sich ändern, zeigt dieses Jahr: Im Frühjahr 2026 nannten mehrere Häuser laut Branchenberichten noch Kursziele von 6.000 $ und mehr für das Jahresende; nach dem Kursrückgang wurden viele davon gesenkt. Banken haben auch beim Goldpreis schon oft danebengelegen, in beide Richtungen.

Unsere Einordnung

Gold und Silber sind kein Ersatz für eine Geldanlage, die Zinsen oder Dividenden bringt. Sie sind eher eine Versicherung: gegen eine Entwertung des Geldes, gegen Krisen im Finanzsystem und gegen Abhängigkeit von Banken. Wie jede Versicherung kostet das etwas, durch Aufschläge, Lagerung und entgangene Erträge.

Die Verbraucherzentralen halten einen Goldanteil von höchstens 5 bis 10 % des Vermögens für vertretbar. Wer sich für Edelmetalle entscheidet, sollte die Kosten kennen, nicht auf kurzfristige Gewinne setzen und nur Geld anlegen, das er auf Jahre nicht braucht.

Was stimmt und was nicht

„Gold schützt immer vor Inflation.“Langfristig hat Gold seine Kaufkraft erhalten, kurzfristig nicht: Von 2012 bis 2013 fiel es um 37 %, während die Preise weiter stiegen.
„Gold ist steuerfrei.“Umsatzsteuerfrei ist nur Anlagegold. Gewinne sind bei physischem Gold und Papieren mit Lieferanspruch nach mehr als einem Jahr steuerfrei, bei kürzerer Haltedauer nur, wenn alle privaten Veräußerungsgewinne des Jahres unter 1.000 € bleiben. Gold-Fonds, Zertifikate und Minenaktien unterliegen der Abgeltungsteuer.
„Silber ist das bessere Gold.“Silber kostet beim Kauf in der Regel 19 % Umsatzsteuer und schwankt viel stärker. Seit dem Rekord im Januar 2026 hat es rund die Hälfte seines Werts verloren.
„Mit Gold kann man nichts verlieren.“Doch. Wer 2012 am Hoch gekauft hat, lag sieben Jahre im Minus. Dazu kommen Aufschläge beim Kauf und Abschläge beim Verkauf.
„Im Schließfach weiß niemand davon.“Der Inhalt ist nicht registriert, das Fach selbst aber schon: Es ist im Kontenabrufverfahren abrufbar, ohne dass die Bank davon erfährt.

Quellen

Stand 25.10.2026. Allgemeine Information, keine Rechts- oder Finanzberatung. Rechtliche Hinweise

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